II. Vatikanisches Konzil

Der Gründer der Pfarre St. Paul, P. Rafael Kleiner, war begeistert von den Ideen des Konzils, leitete die junge Pfarre in diesem Geist und gab ihr auch den Namen „Konzilspfarre“. „Konzilspfarre“ heißt für uns, im II. Vatikanischen Konzil nicht nur ein historisches Ereignis zu sehen, sondern uns auf den „konziliaren Weg“ zu verpflichten. Im Finden von Entscheidungen, im Umgang miteinander, bis hin zur Feier der Gottesdienste hat dies seine Auswirkungen. Die Taufe verbindet alle Gemeindemitglieder miteinander und stellt sie auf die gleiche Stufe.

Am 25. Jänner 1959 wurde das II. Vatikanische Konzil von Papst Johannes XXIII. angekündigt und am 25. Dezember 1961 offiziell einberufen.

Am 11. Oktober 1962 wurde das II. Vatikanische Konzil eröffnet. Es war ein ökumenisches Konzil und setzte Meilensteine in der Entwicklung der Kirche.

Am 8. Dezember 1965 wurde der Abschluss des Konzils gefeiert. Nach dem Tod Johannes XXIII. hatte Papst Paul VI. die Durchführung und Leitung des Konzils übernommen.

2.850 Bischöfe und andere Konzilsteilnehmer hatten sich zu den Beratungen getroffen.

16 Dokumente wurden verabschiedet, als letztes die Pastoralkonstitution „Gaudium et Spes“.

Das Konzil hat viel mehr Früchte getragen als man heute glaubt. Der Theologe Otto Hermann dazu: Die unter 50-Jährigen wissen nicht, mit welcher Selbstverständlichkeit sie auf den Früchten des Konzils aufbauen können. Das ganze Klima in der Kirche, die Liturgie, der Kirchenbegriff, die Bedeutung der Laien, die Ökumene - all das sind ja Erfolge des Konzils, die vorher fast undenkbar waren.

Die Kirche ist wieder neu als Gemeinschaft aller Getauften, als communio zu entdecken. Man soll Mut machen zur Rede vom gemeinsamen Priestertum, das über lange Zeit als typisch protestantische Formulierung gegolten hat und das die Mitverantwortung der Laien unterstreicht; erneuert werden muss die Kollegialität von Bischöfen und Papst; notwendig ist eine Dezentralisierung und Regionalisierung. Leider ist man bei all diesen Fragen nicht weiter gegangen, sondern zurück: Der Zentralismus wächst, die Vollmacht der Ortskirchen ist geringer geworden, der Status der Bischofskonferenzen geschwächt statt gestärkt.

Man konnte viele Aufbrüche an der Basis sehen: Die Selbständigkeit der Laien, neue Gottesdienstformen, ein erstaunliches Interesse für Bibel und Theologie, ein neues Suchen nach Spiritualität. Sogar die Spannungen in der Kirche sind ein Zeichen ihrer Lebendigkeit. Diese Spannungen werden in aller Öffentlichkeit auf einem hohen theologischen Niveau in seriösen Zeitschriften abgehandelt. Aber auf den Ergebnissen des Konzils kann man sich nicht ausruhen, es muss im Geist der gemeinsamen Berufung weiter fortgeschrieben werden.

Ökumene

Ökumene ist in St. Paul nicht nur das Hobby von einigen wenigen, sondern gehört zum Leben der Pfarre dazu.

Weil die Lukasgemeinde der Evangelisch-Methodistischen Kirche im Pfarrgebiet von St. Paul liegt, hat sich ganz natürlich ein sehr enger, freundschaftlicher Kontakt ergeben.

Jedes Jahr feiern wir gemeinsam mit der ev. meth. Kirche den ökumenischen Aschermittwochsgottesdienst, alternierend in St. Paul und in der Lukasgemeinde. Auch der jährliche Weltgebetstag der Frauen am ersten Freitag im März wird gemeinsam vorbereitet und gestaltet. Weiters gibt es regelmäßige ökumenische Bibelabende und Veranstaltungen zu ökumenischen Themen einmal im Monat und in Veranstaltungsreihen.

Ein äußeres Zeichen der Verbundenheit ist das Betonkreuz mit einem Rosenstock bei der Lukasgemeinde. Es ist identisch mit dem Kreuz vor dem Pfarrzentrum St. Paul und wurde gleichzeitig mit ihm aufgestellt.

Ökumene - nach außen sichtbar - nach innen gelebt!

stpaul.at/vqi
Auf Twitter teilenAuf Facebook teilenAuf Google+ teilen